Geboren in Israel und lebend in Italien, ist Inbal Hoffman eine multidisziplinäre Konzeptkünstlerin mit Sitz in Mailand, die ihre künstlerische Praxis als unmittelbare Verlängerung ihres politischen Aktivismus und als Akt des Widerstands versteht. Ihre Arbeit verbindet poetische, emotional aufgeladene biografische Bildwelten mit einer kritischen Auseinandersetzung mit Machtstrukturen.
In den Bereichen Installation, Skulptur und – in den letzten Jahren – miniaturhafter Keramikobjekte erforscht Hoffman die Dynamiken der Macht durch Verschiebungen des Maßstabs und verbindet einen architektonischen Ansatz mit Zeichnung und Text.
Vorwiegend mit weiß glasiertem Ton schafft sie akribisch gefertigte Environments, die den Betrachter näher heranziehen und zugleich Fragen über die conditio humana aufwerfen: Was zunächst verführerisch und verspielt erscheint, offenbart sich allmählich als beunruhigende Wirklichkeit.
Für Hoffman bedeutet die Arbeit mit Ton, Erinnerung zu bewahren. Durch das Brennen wird der Ton fossilartig und verwandelt Ereignisse in etwas Dauerhaftes — ein Beleg dessen, was geschehen ist. In einem Zeitalter der „post-truth“, in dem es keine gemeinsame Wahrheit mehr gibt und Narrative von Geld, Macht und Technologie geformt werden, wird ihre Wahl des Materials zu einem politischen Akt.
Hoffman überträgt die Feinlinientechniken, die sie in zwei Jahren als Tätowiererin erlernt hat, auf ihre keramische Praxis. Mit einem selbst entworfenen haarfeinen Applikator überzieht sie keramische Oberflächen mit obsessiven Linien, Schattierungen, Illustrationen, Texten und Symbolen, die direkt auf die gewölbten Formen gezeichnet werden, als führe sie einen Stift über Papier. Die kontrastreiche Schwarz-Weiß-Palette spiegelt ihr Bedürfnis nach Klarheit und Direktheit wider. Ihre Techniken und ihren Arbeitsprozess teilt sie auf ihrer vielbeachteten Instagram-Seite, mit dem Ziel, ihr Wissen frei zugänglich zu machen.
Hoffmans Arbeiten sind Teil der Sammlung des Israel Museum, wo sie auch eine Einzelausstellung präsentiert hat. Ihr Werk wurde in einer Einzelausstellung im Petah Tikva Museum of Art sowie in Gruppenausstellungen im Tel Aviv Museum of Art und auf der Biennale für Kunsthandwerk und Design im MUZA, Eretz Israel Museum, gezeigt. Derzeit entwickelt sie ein neues Projekt, das sich mit dem Tod der Wahrheit auseinandersetzt und in Europa Premiere feiern wird.
Demnächst
- We Deserve Better C-14, Paris, 28 September – 4 October 2026
Aktuell zu sehen
- Beyond Small / Miniature Worlds in Contemporary Art Tel Aviv Museum of Art
- The Tel Aviv Biennale of Crafts and Design 2026 — Works and Days Eretz Israel Museum (MUZA), Tel Aviv, 20 April – 7 November 2026